Hesch ghört

The Saint’s are marchin’ in!

Februar 8, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Super Bowl 44 ist Geschichte. Drew Brees und die News Orleans Saints sind Geschichte und haben dieselbe geschrieben. Aber seien wir ehrlich, was uns gestern Nacht zu einem perfekten Spiel gefehlt hat, waren die Werbespots.

Hier sind sie und nur damit, ist ein Super Bowl Wochendende, ein gutes Wochenende (Super Bowl 44 ad showdown)

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Aufwachen! Fussball steht vor der Türe!

Februar 5, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

(Endlich wieder Fussball: Das Warten hat ein Ende)

Wie macht man die Fussballfans im kalten Februar heiss auf den Rückrundenstart? Nun der Schweizerische Fussballverband macht dies, in dem er den Spielplan seit Jahren auf dem Reissbrett entwirft. So lautet am Sonntag der Knaller zum gefühlten 100-sten Male: FCB vs. YB.

Die Strategie ist allerdings nur zum Teil aufgegangen. Das Schweizer Fernsehen verzichtet nämlich auf eine Live-Übertragung. Im Vor-Olympiastress haben auch die Leute vom Leutschenbach gemerkt, dass diese Partie irgendwann langweilig ist. Aber keine Sorge: es gibt ja noch den Blick.

Dieser versucht seit dieser Woche Öl ins Feuer zu giessen, auf das die Akteure der beiden Mannschaften und die Fans auch ja heiss sind. So auch heute, indem sich nun Lars Lunde (ja den gibt es noch) seinen Senf dazu sagen darf (Blick).

Die Schlagzeilen sind dem Blick am Montag gewiss. Egal wie das Spiel ausgeht. Na dann, auf zum Anpfiff der Rückrunde.

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Gedanken eines Pendlers

Januar 15, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Heute lese ich im Newsnetz Interview mit VCS-Präsidentin Franziska Teuscher folgenden Satz: “…Zudem müssen die Züge zuverlässig sein. Denn das ist doch der grosse Trumpf der Bahn gegenüber dem Autofahren: man erreicht pünktlich seinen Arbeitsplatz.”

Nun diese Aussage mag ich auf der Wegstrecke vom Fricktal nach Basel doch stark bezweifeln. Seit der Fahrplanumstellung kommt der Zug regelmässig zwischen 5 und 10 Minuten zu spät an und die Verbindung der vielgelobten Tri-Regio S-Bahn-Verbindung mit Anschluss ans St. Johann ist dann immer schon weg. Bleibt also nur der Gang zum Tram, so dass man meist “verspätet” im Geschäft ankommt.

Meine Erfahrung auch als Autopendler in der Region Nordwestschweiz ist, dass ich in 12 Monaten Autofahren im Schnitt 2 bis 3 mal zu spät komme, während das beim Zug in dieser Woche schon viermal der Fall war.

Für mich hat der Zug nur eine Stärke: man kann die Zeitung lesen oder ein Buch (wenn sich nebenan nicht gerade irgendeiner ein äusserst wichtiges Handygespräch führt).

Wenn Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und genügend Bahnwagen zum Stossverkehr (jüngst wurden dem Pendlerzug am Morgen zwei Wagons weggenommen – so dass man in der 2. Klasse jetzt auch schon stehend zur Arbeit fährt) dazukommen, erst dann ist die Bahn eine ECHTE Alternative.

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Was ist los mit Marcos Gelabert?

Januar 13, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Die Konkurrenz auf der Position von Marcos Gelabert beim FC Basel ist gross. Mit Huggel und Cabral stehen ihm zwei vor der Sonne. Der Argentinier ist ein aufopfernder Spieler, der nach jedem Ball rennt und deshalb Gold wert sein kann für eine Mannschaft. In der letzten Spielen und so auch gestern gegen den FC Bayern zeigt sich aber einmal mehr, dass Gelabert offensichtlich mit seiner Situation nur schwer zurecht kommt.

Zum x-ten Mal verliert er im Vorwärstgang unnötig einen Ball an der Mittellinie und löst damit einen Angriff des Gegners aus. Gestern war es Klose der das 3:1 schoss. In der Meisterschaft können solche Fehler aber bei der Aufholjagd gegen YB tödlich sein. Thorsten Fink hat dies sicher gesehen und Gelabert muss endlich das richtige Timing zwischen Einsatz und Übermut finden. Nur so kann er dem FCB langfristig helfen. Ansonsten sitzt er ab dem 6. Februar nur noch auf der Bank.

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Was 2010 alles (anders) wird

Januar 12, 2010 · Hinterlasse einen Kommentar

Anfang Jahr weiss jeder Wahrsager wie das Jahr so wird. Nach dem Motto: Es wird Unwetter geben, im Sommer herrscht Dürre und wir werden auch freudige Momente erleben. Das gewohnte Bild also, zumal solche Vorhersagen manchmal gar nicht so schwer sind und der Mensch oft nicht aus der Geschichte lernt, die sich wiederholt. Das heutige Gedächtnis geht kaum über den Eintrag in Wikipedia hinaus. Aus diesem Grund wage auch ich, gratis und franko einen Ausblick auf 2010.

Die Börsenkurse werden wieder steigen und sinken, Ottonormalverbraucher wird je nach Budget konsumieren oder auch nicht und die Medienlandschaft wird bei jedem „Up“ – das Ende der Krise und bei jedem „Down“ – die Misere ausrufen. 

Im Frühjahr werden wir alle wettern, weil die Banker und Chefs der SMI-Unternehmen wieder ihre Boni erhalten, dabei aber vergessen, dass der Durchschnittslohn von uns allen in den letzten Jahren immer gestiegen ist und viele Arbeitnehmer gerade in den Betrieben, wo die Chefs Millionen kassieren, sehr gut verdienen. Nach dem Motto: spart bei den andern, nicht bei mir. 

Am Genfer Autosalon werden alle die Hybrid-, Elektro- und sonstige Ökoautos bestaunen und sich dabei keine Gedanken darüber machen, wer all die Batterien einmal entsorgt. Der Konsument wird aber weiterhin Benziner kaufen, weil es sich in der Krise erst recht keiner leisten kann, den hohen Kaufpreis für ein solches Auto zu bezahlen und damit die Entwicklungskosten der Hersteller mitzutragen. 

Die Berner Young Boys werden Schweizer Meister und der FCB gewinnt den Cup und zieht danach im Gegensatz zu YB in die Gruppenphase der Champions-League ein.

Roger Federer gewinnt Wimbledon und nimmt Pete Sampras auch den letzten Rekord, allerdings wird er das Jahr nicht als Nummer 1 beenden.

Im Sommer werden wir alle schwitzen, Europa wird unter einer wahren Hitzewelle leiden und die Feinstaub Fanatiker werden Auftrieb erhalten. Auf den Autobahnen wird Tempo 80 eingeführt, die Bauern jammern und die Winzer werden sich im Herbst über den besten Weinjahrgang in der Schweiz seit anno dazumal freuen. 

Spanien wird Fussball-Weltmeister, weil es die Iberer den  Deutschen (72 und 74) nachmachen wollen. Seither hat keiner mehr die EM und anschliessend die WM gewonnen. Den Franzosen ist das Kunststück 1998 und 2000 umgekehrt geglückt. Sepp Blatter wird anschliessend von der “besten WM aller Zeiten reden”.

Die Krankenkassenprämien werden wieder steigen und es wird überall gespart, wo keine Lobby ist. Bei den Pflegern, Physiotherapeuten und so weiter, aber nicht dort, wo die Kosten wirklich entstehen, nämlich bei der Infrastruktur. Wieso? Wenn man Gesundheitskosten sparen will und Spitäler schliesst, heisst das auch Arbeitsplatz und Serviceabbau. Aber eben sparen heisst verzichten! Mit Zauberei geht das nicht. 

Im Herbst wird wieder irgendeine Pandemie vor der Türe stehen und selbst wenn sie nun die gefährlichste aller Zeiten ist, werden es die Leute mit der nötige Gelassenheit nehmen.

Im Winter wird kein Schnee fallen. Die Hoteliers machen sich Sorge über das Weihnachtsgeschäft und die Medien werden das Ende des Schweizer Wintertourismus ausrufen. Im Dezember stellen wir dann aber fest, dass es doch keine bezahlbaren Betten mehr für die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr gibt.

Und falls es dann doch anders kommt, dann wird halt 2011 alles wieder anders!

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Experiment Fink im grünen Bereich

Dezember 17, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Nach einem halben Jahr kann eine erste Bilanz gezogen werden. Das Experiment Fink ist auf jeden Fall in einer Hinsicht geglückt. Die Mannschaft spielt offensiver als zuletzt unter Gross und hat mit Streller/Frei natürlich einen Paradesturm. Ausserdem gab es magische Momente und enge Spiele, auch wenn es wie zuletzt gegen Fulham schlussendlich nicht reichte.

Noch ist nichts gewonnen. Im Europacup ist man ausgeschieden, in der Meisterschaft sind es immerhin 7 Punkte Rückstand auf YB und im Cup muss Kriens im Halbfinal erst geschlagen werden. Wo der FCB ruhig noch eine Stück aus der Gross-Ära lernen kann ist in der Abwehr und bei den Standardsituationen.

Trotzdem: 2010 kann beginnen und man darf gespannt sein, was noch kommt. Mehr als Platz 2 erwarte ich von der Mannschaft in der Meisterschaft nicht, dafür einen Sige im Cup. Der 2. Platz berechtigt auch zur Champions-League und alles andere ist Bonus. Aber vielleicht überrascht der FCB unter Fink weiter und YB bricht noch ein.

Freuen kann man sich auf weitere Interviews mit Thorsten Fink. Die ersten 6 Monate waren schon mal amüsant.

Fink Sprüche beim FCB

Nach seiner Ernennung zur Frage ob er die Schweizer Meisterschaft denn kenne? „Vielleicht rufe ich Gross an.

Nach der Niederlage gegen YB am 30.8.2009. SF-Mann Rainer Maria Salzgeber will wissen, warum es im Spiel der Basler immer wieder zu Brüchen kommt. Als Gründe gibt Fink englische Wochen und das Verwalten der Führung an, um dann anzumerken:

«Wenn Sie schon mal Fussball gespielt haben, wissen Sie das …»

Salzgeber darauf süffisant:«Wahrscheinlich nicht auf Ihrem Niveau», was Fink kurz und knapp mit «Nein, wahrscheinlich nicht» kommentierte.

Nach der Niederlage gegen YB am 30.8.2009.  „ Im Moment brauchen wir nicht über die Meisterschaft zu reden“.

Auf die Personalie Almen Abdi angesprochen. «Sportlich sollte man sich Gedanken über einen Spieler wie Abdi machen. Spätestens in der Winterpause werden wir uns hinsetzen und gemeinsam entscheiden

Zur Personalmisere nach der erneuten Niederlage gegen YB am 29.11.2009. „Das ist Fussball und kein Ponyhof.“

Nach dem Spiel gegen die AC Bellinzona, welches knapp gewonnen wurde, 6.12.2009. „Ich wünsche der AC Barcelona…äh Bellinzona viel Glück in der weiteren Meisterschaft.“

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Was die SBB von der Swisscom lernen kann

Dezember 16, 2009 · 4 Kommentare

Der Monopolisten und der ex-Monopolist beschäftigen Herr und Frau Schweizer jeden Tag. Kein Wunder kann jeder eine Geschichte erzählen in der SBB und Swisscom vorkommt. Während sich der Dienst am Kunden bei der Swisscom seit der Ära Carsten Schloter ständig verbessert, sind Kulanz und Kundendienst bei den SBB immer noch ein Schwachpunkt.

Nun, was ist das Problem? Grundsätzlich ist es die Unternehmenskultur. Was wird von der Firma erwartet, wie identifiziere ich mich mit der Kultur und wie kann ich sie ausleben. Bei der Swisscom gibt es keine „starren“ Vorgaben. Das Verkaufspersonal an der Front hat höchste Flexibilität und Kompetenzen selbst zu entscheiden, ob Rabatte gewährt werden und wie der Kunde zufrieden gestellt wird. Natürlich geht das nicht von einem Tag auf den andern, aber heute hat man das Gefühl, in einem Swisscomshop meist fair behandelt zu werden.

Ganz im Gegensatz zu den SBB. Dort ist man auf die Kulanz eines einzelnen Kontrolleurs im Zug angewiesen. Meist handeln die aber starr nach den Vorgaben aus der Konzernzentrale und lassen dabei gesunden Menschenverstand vermissen. Kein Wunder, wenn die Führung ihnen keine Freiheiten gibt und die Kultur der Kundenorientierung nicht gelebt, sondern nur im Marketing existiert (hier ist die SBB übrigens nicht alleine).

Kundendienst an der Front geht heute weiter, als nur die nächsten Anschlüsse mitzuteilen und wie man am besten umsteigt. Kondukteure bestimmen das Image der SBB, sie prägen es jeden Tag und wenn es nicht der Werbung entspricht, zerstören sie es jeden Tag. Von ihnen wir mehr erwartet als je zuvor, aber es scheint, als ob sie nicht das nötige Rüstzeug haben, um ein Botschafter der SBB zu sein. Wer keine Freiheiten hat und wem das „Empowerement“ von oben fehlt, der schiebt Dienst nach Vorschrift. Und das sieht dann so aus.

Kurz nach sieben Uhr morgens in der der 1. Klasse von Brugg nach Basel. Eine Frau zeigt dem Kondukteur ihr Ticket, welches sie im Internet selbst ausgedruckt hat. Da die Frau im Internet auch die Rückfahrt angefragt hat, steht auf dem Ticket Basel – Brugg – Basel anstatt Brugg – Basel – Brugg. Und was macht der Mann von der SBB an der Front. Den gesunden Menschenverstand einschalten? Nein, mitnichten. Obwohl die Frau noch keinen Stempel auf dem Ticket hat, unterstellt er ihr, dass Sie frühmorgens um 7 Uhr bereits wieder auf der Rückfahrt nach Basel ist. Ein Witz! Die Frau muss also nochmals eine Wegstrecke Brugg – Basel 1. Klasse lösen und ist begeistert, dass die SBB ihr bereits den Tag versaut hat. „Sie haben das Ticket gelöst liebe Frau, nicht ich“, sagt der nette Herr von der SBB und ist damit das Paradebeispiel für schlechten Kundenservice.

Nun, wir wollen aber die Schuld nicht dem Herrn an der Front in die Schuhe schieben, denn oberster Vertreter und Förderer der Unternehmenskultur ist immer der Chef. Es wäre an der Zeit, dass sich Andreas Meyer mal zu einem Bier mit Carsten Schloter trifft und über Kundenservice spricht. Und vielleicht nimmt er den neuen Marketingchef Jürg Schmid gleich mit zum Feierabendbier.

Das Ergebnis könnte unglaublich sein. Stellen Sie sich vor, die SBB bringen nicht nur Hunderttausenden Schweizerinnen und Schweizer tagtäglich von A nach B, sondern macht sie auch noch zufrieden!

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Neues vom Agent Provocateur

Dezember 7, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Was würde die Super League nur ohne Carlos Varela machen? Er sorgt in den Stadien bei gegnerischen Fans für rote Köpfe und bei den eigenen für Unterhaltung. Nach dem verbalen Ausrutscher gegen den FCB  im Dress von YB hat sich der heutige Xamax -Spieler nun mit YB-Goalie Wölfli ein neues Opfer gesucht. Hören Sie selbst bei Blick.ch

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Auf den Spuren von Helmut Benthaus

Dezember 7, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Ob Christian Gross sich wohl bei der anderen grossen FCB-Trainerlegende informiert hat, bevor er in Stuttgart unterschrieb? Fakt ist, nach dem Erfolgstrainer Helmut Benthaus wechselt mit Christian Gross eine weitere FCB-Trainerikone nach Stuttgart. 18 Jahr nach Benthaus stehen die Vorzeichen für Gross aber auf Sturm. Die Mannschaft steckt im Abstiegskampf, kann sich aber noch für die Achtelfinals der Champions-League qualifizieren. In der Meisterschaft heissen die Gegner vor den Weihnachtsferien Mainz (auswärts) und Hoffenheim (zuhause). Vier Punkte sind sicherlich das Ziel von Christian Gross. Es wird schwer, aber Herausforderungen liebt der ex-FCB Trainer ja. Wenn er Stuttgart diese Saison vor dem Abstieg rettet und dann in der nächsten Saison wieder auf einen Europacupplatz führt, ist ihm der Platz in der Ahnengalerie neben Helmut Benthaus sicher. Er muss ja nicht gerade das Kunststück von Benthaus vollbringen, der bereits in der zweiten Saison bei Stuttgart den Meistertitel mit den Schwaben holte.

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Mit dem Rücken zur Wand

Dezember 5, 2009 · Hinterlasse einen Kommentar

Den Zeitungen in der Schweiz geht es schlecht und die Leser sind die Leidtragenden. Qualitativer Journalismus ist rar geworden. Die Jagd nach Skandalisierung und einer immer noch tolleren Story hat eine regelrechte Boulevardisierungswelle ausgelöst, die selbst vor dem staatlichen Fernsehen keinen Halt macht. Es wird versucht, mit einem Pseudo-Sensationsjournalismus Leser bei der Stange zu halten. Die Folge davon ist, dass früher angesehene Tageszeitungen sich immer mehr den Gratisblättern von 20Minuten und Blick am Abend ähneln. Wieso soll der Abonnement denn noch was dafür bezahlen? In vielen Gegenden  kommt ein Zeitungsabo einem Beitrag an einen Verein gleich, den man halt unterstützt, weil er zur Region gehört. Doch echten Mehrwert erhält man schon lange nicht mehr.

Teures und gutes Personal muss wegen dem finanziellen Druck auf den Redaktionen den jungen Journalisten weichen. Diese schreiben oft nach dem Mund der Öffentlichkeit, selten aber mit Tiefgrund. Wie sollen sie auch? Zeit ist eine teure Mangelware auf den Redaktionen. Als guter Rechercheur gilt heute ein Journalist, welcher Zeit hat, mehr zu lesen als die Konkurrenz und zwei Seiten einer Pressedokumentation. Heute sind Schlagzeilen gefragt. Der Leser wird dabei Tag für Tag verarscht. Oder sagen wir, für dumm verkauft. So geschehen in der Baz von heute. Da wird ein neues Kreuzworträtsel, ein Sudoku und ein künftig umfangreicheres TV-Programm tatsächlich unter dem Titel “Mehr Service für BaZ-Leser” angekündigt”! So weit sind wir schon.

Das wird sich auch nicht ändern, wenn Zeitungen fusionieren, so wie die gestern in den Medien aufgetauchte Spekulation, dass die NZZ die Baz kaufe. Der Inhalt einer Zeitung wird erst dann besser, wenn die Redaktionen wieder Geld haben. Eine gut funktionierenden Gesellschaft ist auf eine qualitativ hochstehende Medienlandschaft angewiesen. Nur dann funktioniert ihr System, gerade jenes so komplexe System einer direkten Demokratie, wie es die Schweiz praktiziert. Medien sind immer noch Informationsquelle Nummer 1 bei den Leuten, seien es TV, Radio, Internet oder Zeitungen. Wenn alle nur noch in Richtung Boulevard tendieren, dann ist dies das Aus einer gut informierten Gesellschaft.

Wie aber rettet man die Zeitungen. In den USA kam die Idee von Stiftungen auf, welche dann die Redaktionen unabhängig vom Inseraterfolg finanzieren können. Man könnte aber auch an eine Staatshilfe für Zeitungen denken. Wieso eigentlich nicht? Ein Versuchballon zur Eröffnung einer Diskussion wäre es auf jeden Fall wert. Sicherlich werden die schlecht geführten Zeitungen nicht überleben. So soll es auch sein, gerettet werden soll nur, wer auch ein überzeugendes und nachhaltiges Konzept hat. Aber wenn auf den Redaktionen erstmal wieder die Qualität steigt, dann können sich einige langfristig auch wieder auf dem Leser- und Werbemarkt durchsetzen. Dann haben dieLeser wieder eine Wahl. Die haben Sie heute nicht. Heute sind 80% der Tageszeitungen in der Schweiz gleichgestrickt und dann gibt es noch die NZZ, die Weltwoche und die WOZ. Salopp gesagt.

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