Hesch ghört

Entries from Mai 2008

Chapeau Marco Streller!

Mai 31, 2008 · 3 Kommentare

Marco Streller hat Spass!

„Marco Streller tritt aus der Nati zurück!“.

Dieser Entscheid zeigt Grösse und hat Klasse. Ich hab die höchste Achtung davor. Fussballer zu sein, ist der schönste Beruf des Lebens. Fussballer sein, ist aber nicht nur das. Es ist eben auch Beruf. Da soll es Marco Streller nicht anders gehen, als dir und mir, wenn wir tagtäglich unserem Beruf nachgehen. Wann entscheide ich mich für die Karriere? Wieviel Geld ist genug? Wie erreiche ich meine Work-Life-Balance?

Zentral in der Beantwortung all dieser Fragen ist eines: der Beruf muss Spass machen. Sei es nun als Fussballer, Handwerker oder Manager. Diese einfache Erkenntnis ist nicht jedem gegeben. Oft quälen sich die Leute in ihren Berufen. Aus Angst, den sozialen Status zu verlieren. Aus Angst, nicht mehr genug zu verdienen und aus Angst als einer angesehen zu werden, der keine Karriere gemacht hat. Unzufriedene Menschen, zerrüttete Familien, Burn-outs und so weiter. Die Auswirkungen sind allgegenwärtig. Nur wenig sind wirklich in der Lage zu entscheiden, was das Beste für Sie und ihre soziale Umgebung ist.

Marco Streller ist so ein Mensch. Nach durchschnittlich erfolgreichen Jahren in der Bundesliga, kam er zum FC Basel zurück. Andere hätten des Geldes wegen irgendwo anders im Ausland unterschrieben. Marco Streller nicht. Er weiss, wo es ihm gefällt und wo der Beruf Spass macht. Karriererückschritt? Na und! Wenn schon! Im Beruf geht es nicht nur um Maximierung, sondern um Spass.

Dass Marco Streller dieser Spass in der Nationalmannschaft überhaupt abhanden gekommen ist, ist eine andere, weit schlimmere Geschichte. Diese soll hier nicht erörtert werden, aber Sie zeigt, dass einige in diesem Land für den grossen Erfolg nicht bereit sind.

Ich beneide Marco Streller um diesen Entscheid. Die EM wird jetzt viel mehr Spass machen, das weitere Fussballberufsleben sowieso. Man wird Marco Streller noch etliche Jahre im internationalen Fussballgeschäft sehen. Halt einfach nur noch im Diensten des FC Basel. Die Fans werden mit ihm Feiern und ihren Spass haben. Ausserhalb der Region Basel wird man künftig auf ihn verzichten müssen. Aber wahrscheinlich hat ihn der Rest der Schweiz auch nicht verdient.

Kategorien: Euro 2008 · Persönlich

Vor zwei Wochen im Blog – heute im Blick

Mai 30, 2008 · Keine Kommentare

Erinnert ihr euch noch an den Blogeintrag vom 16. Mai „Hab ich was verpasst“?

Ich hab damals – wenn auch mit ironischem Unterton – die Klimaproblematik angesprochen. Nun ist das Ganze auch Thema bei „Blick Online“.

http://www.blick.ch/news/schweiz/faehnchen-heizen-unser-klima-auf-91998

Du siehst: Es ist alles immer zuerst im Blog.

Kategorien: Euro 2008

Munteres Bier-Guerilla

Mai 30, 2008 · Keine Kommentare

Die Kleinen proben den Aufstand. Wirtschaftlich muss sich die Grosskonkurrenz keine Gedanken machen. Das Geschäft wird durch all die „Inoffiziellen“ nicht beeinträchtigt. Aber punkto Idee, Witz und Umsetzung könnte sich der eine oder andere Marketing-Guru eine Scheibe vom Kleinen abschneiden.

Schaut her! http://www.unser-bier.ch/content/view/164/1

Wieso sollte nicht auch der Grossverteiler mal „guerillische Züge“ annehmen oder gehen den Damen und Herren im Marketing vor lauter Geld die Ideen aus?

Hier mein Slogan für Carlsberg zur Gegenattacke:

„Unsere Stadt, unsere Nationalmannschaft, unsere Begeisterung, MEIN Bier. Carlsberg!„

Nun gut, daran lässt sich noch arbeiten, aber schliesslich kann ich nicht die ganze Arbeit machen. Bin ja schliesslich nicht von denen bezahlt. Angebote nehme ich aber gerne entgegen.

Kategorien: Euro 2008

Nachher sind wir alle schlauer

Mai 27, 2008 · Keine Kommentare

Prognosen haben Hochkonjunktur. Jetzt, wo sich die Zeit des Wartens dem Ende zuneigt. Keine Berichterstattung über die Europameisterschaften 2008 ohne eine Prognose. Es gibt ernstere und weniger ernst gemeinte. Doch schlussendlich ist allen eines gemeinsam: nachher sind wir alle schlauer und Europameister wird, wer am 29. Juni mindestens ein Tor mehr schiesst als der Gegner.

Auch wenn ich nicht die Erfahrung internationaler Turniere eines Beni Turnheer habe oder die Prognoseüberzeugtheit eines Kubilay Türkilmaz, so wage ich heute doch folgende Prognose: Frankreich wird Europameister und es wimmelt nur so von Überraschungen. Wieso ich das sage? Nun, vielleicht, weil ich das seit 1984 bei jedem internationalen Turnier so prophezeie. Nur, diesmal weiss ich es. Bestimmt! Mindestens so bestimmt, wie Kubi wusste, dass der FCB nicht Meister wird. So läuft es ab.

Die Viertelfinals:

Tschechien gg. Deutschland

Kroatien gg. Schweiz

Holland gg. Schweden

Russland gg. Frankreich

Die Halbfinals:

Deutschland gg. Kroatien

Holland gg. Frankreich

Das Finale:

Deutschland gg. Frankreich

Aber eben. Nachher sind wir alle schlauer, die Prognosen sind für die Geschichte und Portugal wird Europameister…

Kategorien: Euro 2008

Na also!

Mai 23, 2008 · Keine Kommentare

Es geht doch. Köbi muss nur auf den Putz hauen.

Patrick Müller kommt ins Trainingslager.

Patrick Müller muss zu diesem Schritt gratuliert werden. Dieses rebellische Manöver ist es, was noch gefehlt hat, um endlich den Funken der Begeisterung auszulösen. Dieser Mann setzt Prioritäten! Dieser Mann beweist, dass sein Herz auf dem rechten Fleck sitzt. Geradewegs unter der Schweizer Kreuz auf dem Trikot.

Seid gewarnt ihr EM-Gegner. Wir sind bereit!

Kategorien: Euro 2008

Sei mutig Köbi!

Mai 23, 2008 · Keine Kommentare

Wer sind wir eigentlich, als dass wir uns von einem französischen Klubtrainer auf der Nase herumtrampeln lassen? Das Theater um Patrick Müller muss endlich beendet werden. Köbi Kuhn soll nicht nur drohen, sondern handeln! Er muss heute ein klares Ultimatum stellen. Die Gelegenheit einer EM im eigenen Land kommt nur einmal, da können wir keine Unruhen benötigen. Es mutet eh komisch an, dass Patrick Müller falsche Loyalität zu seinem Klub Olympique Lyon zeigt, obwohl dieser im nächsten Jahr gar nicht mehr mit ihm plan. Ein Ultimatum seitens Kuhns, könnte Müller endlich aus seiner „Wohlfühlumgebung“ heraus treiben. Wenn Patrick Müller in seinem fortgeschrittenen Fussballalter überhaupt noch mal angreifen will, dann muss er seine Zukunft jetzt selbst in die Hände nehmen. Deshalb: sei mutig Köbi und streich Patrick Müller von der Liste, wenn der bis Samstag 12 Uhr nicht in Lugano ist!

Kategorien: Euro 2008

Geld macht nicht unglücklich

Mai 20, 2008 · Keine Kommentare

Geld gewinnt keine Fussballspiele, aber es bringt einem in die 1. Bundesliga“. Der das sagt ist Chinedu Obasi, Stürmer bei der Bundesliga-Aufsteigerin 1899 Hoffenheim und mit seinen Toren massgeblich am Wunder des Dorfvereins beteiligt. Welch philosophisch anmutende Antwort eines Fussballers. Was er eigentlich sagen will ist: Geld macht zumindest nicht unglücklich. Aber der Reihe nach. Von was sprechen wir hier eigentlich.

Geld ist ein Zwischentauschmittel, welches sich von anderen Tauschmitteln dadurch unterscheidet, dass es nicht unmittelbar den Bedarf eines Tauschpartners befriedigt, sondern aufgrund allgemeiner Anerkennung zum weiteren Tausch eingesetzt werden kann. Deshalb auch die Binsenweisheit: „Geld kann man nicht essen“ oder in den Worten des Fussballers Obasi „Geld gewinnt keine Spiele“. Damit wären die theoretischen Grundlagen abgehandelt. Jetzt wissen aber schon die Kleinsten, man lernt fürs Leben nicht für die Schule. Wo also liegt aufgrund dieser Erkenntnis jetzt die innere Weisheit fürs Leben?

Ganz einfach. Geld verdirbt einem nicht das Leben, aber den Charakter. Grundsätzlich hat doch jeder immer zu wenig davon. Oft braucht man zum Leben weniger, als man denkt. Ich rede hier nicht vom Existenzminimum, sondern davon, dass es eine imaginäre Grenze gibt, wo die Annehmlichkeiten eines sorglosen Lebens der Entwicklung eines schlechten Charakters die Hand geben. Das Problem ist nur, dass man die Grenze nicht kennt und hat man sie erstmal überschritten, ist es schwer wieder zurückzugehen. Wenn man darüber lästert, dass Geld den Sport oder im Speziellen den Fussball verdirbt, dann sollte man dies differenziert betrachten. Wer die Grenze kennt und sie nicht überschreitet, der gewinnt nicht nur Spiele, sondern hat nachhaltigen Erfolg. Beispiele gibt es genug: die Oeri‘s, Hopp‘s und Abramowitsch‘s dieser Welt versuchen, wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen, dafür zu sorgen, dass der „Charakter“ erhalten bleibt.

Der FCB verdankt seinen Erfolg der guten Infrastruktur und der professionellen Organisation (vom Trainerstab bis zur Nachwuchsarbeit), welche dank den Millionen aufgebaut wurden. Diese sind Grundlage für den Erfolg. Dietmar Hopp versucht dasselbe in Hoffenheim aufzubauen und ist meines Erachtens zu früh aufgestiegen. Roman Abramowitsch hatte das Glück auf José Mourhino zu treffen, der aus den Millionen eine Mannschaft formte, die zwar bis heute (das wird sich morgen ändern) nie die Champions-League gewann, aber zweimal Meister und Liga-Cup Sieger wurde.

Es gibt aber auch die andern: Christian Constantin. Auch er hat Geld, auch er investiert, aber hier wurde die ob genannte Grenze schon lang überschritten.

Es kann sehr schnell gehen. Wie sagte doch Obasi: Geld bringt dich in die 1. Bundesliga. Es hält einem oft auch dort und seien es auch nur die Spieler die bleiben, nachdem der Klub wieder auf dem Weg nach unten ist.

Kategorien: Fussball Bundesliga · Glossen

Hab ich was verpasst?

Mai 16, 2008 · Keine Kommentare

Autofahne Schweiz

Jetzt fängt es also an. Die EM-Euphorie bricht durch. Seit heute mehren sich Autos mit Schweizer Fahnen. Gibt’s die im Supermarkt um die Ecke gratis oder lagen die als Beilage in der grössten Boulevardzeitung der Schweiz? Das beliebte Accessoire bekannt von der Fussball-WM in Deutschland erobert nun auch unsere Strassen. Und ich bin nicht drauf vorbereitet. Aber wie soll ich mich verhalten? Kann man sich gegen den Trend überhaupt wehren, ohne gleich als Banause oder Miesepeter verschrien zu werden? Genau das wäre den Österreichischen Paragraphenreitern fast passiert. Nachdem eine Horde Juristen sich mit der Anwendung von “Kraftfahrgesetz Paragraf 54″ und der “Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung Paragraf 26a” beschäftigt haben, gab der Innenminister grünes Licht: Euphorie per Dekret! Fahne, Auto, Marsch! (Österreich und die Posse um die Autofähnchen).

Soweit sind wir in der Schweiz noch nicht. Wir lassen uns nichts vorschreiben, das haben wir 1291 nicht und wieso soll das heute bei den Autofähnchen anders sein! Genau! Trotzdem. Irgendwie bin ich noch nicht bereit. Nicht, dass ich mich nicht als Patriot outen würde. Es geht um die Umwelt. Meine eh schon schlechte CO-2 Bilanz wäre mit der Fahne völlig im Keller. Der Luftwiderstand wäre zu hoch, das ohnehin schon teure Benzin, würde meine Monatskasse noch mehr belasten… Wenn ich mir das so überlege, dann muss vielleicht auch bei uns die Regierung noch einschreiten. Wenn plötzlich alle mit diesen Fahnen rumfahren, dann erreicht Moritz Leuenberger das CO-2 Ziel für die Schweiz nie und nimmer. Aber lassen wir das, das ist Politik und Sport ist ja bekanntlich unpolitisch und steht über dem Gesetz. Österreich beweist es.

Kategorien: Euro 2008

Ein Stocker macht noch keinen Frühling

Mai 12, 2008 · Keine Kommentare

Valetin Stocker

Valentin Stocker, 19 Jahre alt, Mittelfeldspieler, FC Basel: merken Sie sich diesen Namen. Der unbeschwert aufspielende Stocker, machte beim 4:0 gegen den FC Zürich am 2. Mai und nur acht Tage später bei der Finalissima gegen die Berner Young Boys die Spiele seines bisherigen Lebens.
Ein Jahrhunderttalent? Vielleicht. Ein Fall fürs Ausland? Wahrscheinlich. Ein Versprechen für die nahe Zukunft des FC Basel? Auf jeden Fall!!
Bereits einen Tag nach dem Spiel schrieben die ersten Zeitungen den jungen Stocker in die Nati. So einen müsse Köbi Kuhn mit an die EM nehmen. Muss er das wirklich? Vergessen wir nicht, dass Stocker erst 19 Jahre alt ist. Er hat diesen Frühling den Durchbruch geschafft und einige Spiel von Beginn an gespielt und er war einer der entscheidenden Spieler im Endspurt um die Meisterschaft. Aber reicht das für die Nati? Reicht das für internationale Spiele? Gut, Kuhn könnte ihn mitnehmen und EM Luft schnuppern lassen, auf der Bank und im Training. So wie es Ronaldo 1994 als 17jähriger an der WM in den USA erfahren hat.
Ich sage: nein. Lasst Valentin Stocker zuhause. Lasst ihn den Sommer, seinen kometenhaften Aufstieg im Frühling und das Double mit dem FC Basel geniessen! Der Junge ist erst 19 Jahre alt. Niemand weiss besser als Christian Gross, dass man junge Spieler behutsam aufbauen muss und von ihnen nicht Samstag für Samstag konstante Leistungen erwarten kann. Bereits am 19. Juli beginnt in der Schweiz wieder die Fussballmeisterschaft. Dann startet der junge Stocker hoffentlich als Stammspieler in die neue Saison und versucht sich im vertrauten Umfeld an der Champions League.
Wenn der Herbst dann mal durch ist, Stocker noch immer auf hohem Niveau spielt und sich von den Angeboten der ausländischen Klubs noch nicht versauen lassen hat, dann, erst dann hat er bewiesen, dass er mehr als ein Stocker für einen Frühling ist. Dann ist Valentin Stocker einer für Ottmar Hitzfeld, dann ist er bereit für die WM 2010. 21 Jahre alt wäre er dann, mit weiteren Titeln mit dem FC Basel bestückt und immer noch in einem guten Alter, um den Sprung ins Ausland zu wagen.

Kategorien: Euro 2008

Ein Wort sagt mehr als tausend Bilder

Mai 9, 2008 · Keine Kommentare

Ich kann es schon nicht mehr hören: Finalissima! Und trotzdem weiss jeder dieser Tage, was damit gemeint ist. Das letzte und entscheidende Spiel zwischen den Berner Young Boys und dem FC Basel steht an. Es geht um alles oder nichts. Grosse Erklärungen braucht es nicht mehr. Bilder sind überflüssig, denn mit dem Begriff „Finalissima“ ist alles gesagt. Nicht nur Bilder, auch Worte, haben die Fähigkeit, ohne grosses Brimborium vieles zu sagen. Ja meine lieben Schülerinnen und Schüler, liebe Zöglinge der Youtube-Generation: das Wort hat immer noch Macht. Es lohnt sich also auch weiterhin, Lesen und Schreiben zu lernen! In der Zeit komplexer Zusammenhänge und Informationsüberflutung sehnt sich der Mensch nach Einfachheit und Klarheit. Diese finden wir in der simpelsten und einer der ältesten Errungenschaften der Menschheit: in der Sprache. Wieso aber nutzen wir diese zu wenig? Wieso wollen wir alles immer hinter einem Schwall von Erklärungen und Schachtelsätzen verstecken, wenn die Welt so einfach sein kann: Finalissima. Fertig. Was brauch ich mehr zu sagen. Jeder denkt sich das seine, jeder was anderes, aber alle wissen, worum es geht. Wir sollten uns wieder mal bewusst werden, welches Geschenk uns mit der Sprache in die Wiege gelegt wurde. Nutzen wir die Gabe und machen wir die Welt ein Stück einfacher! Sie ist schon kompliziert genug. Inspiration können Sie sich auch im Archiv „des einfachen Worts holen (http://www.chwort.ch/archiv_result.asp).

Übrigens: noch einfacher als ein simples Wort ist Fussball. Dort gewinnt jener, der ein Tor mehr schiesst als der Gegner. Nur nicht in der Finalissima. Dort genügt dem FC Basel schon ein Unentschieden zur Meisterschaft, aber das ist eine andere Geschichte.

Kategorien: Persönlich