„Marco Streller tritt aus der Nati zurück!“.
Dieser Entscheid zeigt Grösse und hat Klasse. Ich hab die höchste Achtung davor. Fussballer zu sein, ist der schönste Beruf des Lebens. Fussballer sein, ist aber nicht nur das. Es ist eben auch Beruf. Da soll es Marco Streller nicht anders gehen, als dir und mir, wenn wir tagtäglich unserem Beruf nachgehen. Wann entscheide ich mich für die Karriere? Wieviel Geld ist genug? Wie erreiche ich meine Work-Life-Balance?
Zentral in der Beantwortung all dieser Fragen ist eines: der Beruf muss Spass machen. Sei es nun als Fussballer, Handwerker oder Manager. Diese einfache Erkenntnis ist nicht jedem gegeben. Oft quälen sich die Leute in ihren Berufen. Aus Angst, den sozialen Status zu verlieren. Aus Angst, nicht mehr genug zu verdienen und aus Angst als einer angesehen zu werden, der keine Karriere gemacht hat. Unzufriedene Menschen, zerrüttete Familien, Burn-outs und so weiter. Die Auswirkungen sind allgegenwärtig. Nur wenig sind wirklich in der Lage zu entscheiden, was das Beste für Sie und ihre soziale Umgebung ist.
Marco Streller ist so ein Mensch. Nach durchschnittlich erfolgreichen Jahren in der Bundesliga, kam er zum FC Basel zurück. Andere hätten des Geldes wegen irgendwo anders im Ausland unterschrieben. Marco Streller nicht. Er weiss, wo es ihm gefällt und wo der Beruf Spass macht. Karriererückschritt? Na und! Wenn schon! Im Beruf geht es nicht nur um Maximierung, sondern um Spass.
Dass Marco Streller dieser Spass in der Nationalmannschaft überhaupt abhanden gekommen ist, ist eine andere, weit schlimmere Geschichte. Diese soll hier nicht erörtert werden, aber Sie zeigt, dass einige in diesem Land für den grossen Erfolg nicht bereit sind.
Ich beneide Marco Streller um diesen Entscheid. Die EM wird jetzt viel mehr Spass machen, das weitere Fussballberufsleben sowieso. Man wird Marco Streller noch etliche Jahre im internationalen Fussballgeschäft sehen. Halt einfach nur noch im Diensten des FC Basel. Die Fans werden mit ihm Feiern und ihren Spass haben. Ausserhalb der Region Basel wird man künftig auf ihn verzichten müssen. Aber wahrscheinlich hat ihn der Rest der Schweiz auch nicht verdient.



