Hesch ghört

Beiträge vom Mai 2008

Die Euphorie vom Geld verdienen und der vergessene Nationalstolz

Mai 3, 2008 · Keine Kommentare

EM-Eurphorie  - Köbinho

Stellen Sie sich vor es ist EM und keiner geht hin. Nun, ganz so schlimm ist es knapp 5 Wochen vor dem Start zur Fussballeuropameisterschaft nicht. Trotzdem beklagt man sich Land auf Land ab ob der mangelnden Euphorie. An was mag es liegen, wieso schwelgt das Land noch nicht im Pränatalen Freudentaumel? Jetzt so kurz vor der Geburt dieses für die Alpenländer Schweiz und Österreich einmaligen Events? Einverstanden, die Österreicher mit ihrem Josef aus Amstetten haben andere Probleme, aber auch bei uns in der Schweiz löst die Tatsache einer EM noch keinen Freudentaumel aus. Die Frage bleibt also bisher Antworten schuldig. Begeben wir uns auf Ursachenforschung.

Nun, wenn wir ehrlich sind, sie war schon mal da, die Euphorie. Vor einem Jahr glaubte jeder und jede, jetzt komme die Stunde des grossen Geldes: die EM als Gelddruckmaschine und Eldorado aller Guerilla-Marketingspezialisten. Doch die organisierte Fussballmacht UEFA machte all den kleinen Geschäftsleuten schnell mal klar, wer hier die Lizenz zum Geld verdienen besitzt. Aus war es mit der Hoffnung auf das schnelle Geld. Futsch war sie, die Euphorie vom Geld verdienen. Ein paar Unentwegte glauben aber immer noch daran, mit grossflächigen Bildschirmen, loungigen Sesseln sowie Essen aus dem „Fine Food“-Regal, das grossen Geld zu machen. Da werden VIP-Tickets angeboten und das oft kilometerweit vom eigentlichen Stadiongeschehen entfernt. Doch selbst etablierte Fussballkenner wie der FC Basel und Klaus Littmann müssen erkennen: eine EM macht noch keinen Frühling. Die Euphorie um den nationalen Fussball ist kein Selbstläufer. Aber wieso eigentlich? Ganz einfach, euphorisch kann nur sein, wer einmal an einem Fussballspiel war und genau darin besteht eines der Grundprobleme. Wer hat schon Tickets? Ich nicht. Sie etwa? Wenn also die Mehrheit jetzt schon weiss, dass sie die EM vor der Glotze verbringt, dann eilt es nicht mit der Euphorie: die kommt dann schon, auf Knopfdruck per Satellit oder Kabel aus der Steckdose.

Ein weiteres Problem liegt in des Schweizers verklemmten Haltung, Nationalstolz zu zeigen. Da singen die Fans des FC Basel am Cupfinal das „Basler Lied“ anstelle der Nationalhymne und Marco Streller wird bei einem Länderspiel ausgepfiffen, weil er Basler ist. Obwohl die Schweizer Nati sich an der WM in Deutschland in die Herzen vieler gespielt hat, ist der Klubfussball allgegenwärtig. Kein Wunder, denkt eine Woche vor dem Herzschlagfinale zwischen dem FCB und den Berner Young Boys niemand an die EM. Ausser natürlich die Anwohner der Fan-Zonen, welche sich jetzt schon Sorgen machen, ob der Orleander im Vorgarten die Urinattacke tschechischer und polnischer Fussballfans überlebt.

Aber keine Angst, glauben sie mir, unser Land wird aus der Lethargie erwachen. Was es dazu braucht? Ganz einfach. 30 Tage Sonnenschein, ein Unentschieden im Startspiel gegen Tschechien und eine Niederlage der deutschen Mannschaft im Finale. Freuen wir uns also auf tollen Fussball, Bier aus der lokalen Brauerei und die Cervelat vom eigenen Grill. Die Euphorie kommt ganz von alleine, auch wenn der eine oder andere am Schluss nicht das grosse Geld mit der Ware EM macht. Ausser der UEFA natürlich, aber was verstehen die schon von Euphorie. Die sind bereits in vier Jahren wieder in einem anderen Land.

Kategorien: Euro 2008

Sind Sportjournalisten besser Menschen?

Mai 1, 2008 · Keine Kommentare

Jetzt wo die Weltwirtschaft kriselt, Spekulanten und Rohstoffknappheit die Preise in die Höhe treiben und börsennotierte Firmen um die Gunst der Anleger streiten, zeigen sich die unangenehmen Seiten des Kapitalismus. Die Analysten übernehmen das Zepter. Sie loben oder strafen die Unternehmensbosse Quartal für Quartal. Knallhart, schonungslos und scheinbar ohne Skrupel. Sind Sie deswegen schlechte Menschen?

Sportjournalisten scheinen auf den ersten Blick, die bessere Ausgangslage zu haben. Stellenabbau, rote Zahlen und Mindestlöhne kümmern in der Welt des Sports nur Wenige. Und schon gar nicht bei der „schönsten Nebensache“ der Welt, dem Fussball. Aber halt, schauen wir doch mal genauer hin. Hinter der scheinbar heilen Fassade zeigt sich, dass so nebensächlich der Fussball nicht ist. Sportjournalisten treffen meist weit kurzlebigere Entscheidungen als Analysten. Woche für Woche wird knallhart Bilanz gezogen. Die Tabelle ist wie ein Aktienboard. Siege steigern die Erwartungen, bei Niederlagen wird der Anfang vom Ende prognostiziert. Als Zuschauer akzeptieren wir das. Ja, es macht sogar Spass, gerade wenn man Fan der einen oder anderen Mannschaft ist. Das wöchentliche Auf und Ab, die Lobeshymnen und vernichtende Kommentare steigern die Lust am Fussball und Sie machen die Begeisterung erst aus.

Sind Sportjournalisten nun bessere Menschen, weil wir diese Art der Analyse gutheissen und jene der Analysten scheinbar verabscheuen. „Analysten sind Menschen, die nie ein Unternehmen geführt haben und nicht wissen, was es dazu braucht“, meinen Kritiker. Aber das sind die meisten Sportjournalisten auch, kaum einer hat je um einen grossen Titel mitgespielt. Ihnen liegen die Analyse und das Schreiben und so ist es auch mit den Analysten. Verschiedene Charaktere gibt es bei beiden. Wenn wir also das nächste Mal auf die eine oder andere Berufsgattung schimpfen, sollten wir uns bewusst sein, dass wir alle Teil dieser Entwicklungen sind. Wir müssen uns bewegen. In der Wirtschaft hat es Porsche vorgemacht und auf Quartalsergebnisse verzichtet, Swatch sagt Analystenkonferenzen ab und Fussballspieler und Trainer üben sich bisweilen in mehr oder weniger erfolgreichen „silencio stampa“. Reaktionen dieser Art sind und bleiben Einzelaktionen ohne Flächenwirkung. Zu gross ist der innere Zwang, Teil des grossen Markts der Aufmerksamkeit zu sein. Noch schlimmer als schlechte News, sind gar keine. Wer erst einmal in Vergessenheit gerät, ist Weg vom Fenster. Der Verlust an Aufmerksamkeit ist, was alle fürchten.

So gesehen habe Sport und Kapitalismus weit mehr Gemeinsamkeiten als man denkt und doch stören sich Nostalgiker an diesem Fakt. Aufhalten können aber auch Sie die Entwicklung nicht. Nur in einem unterscheiden sich die beiden grundlegend: wenn die Mannschaft nicht erfolgreich ist, dann ist es der Chef sprich Trainer, der gehen muss und nicht die Angestellten. Doch wenn man es genau nimmt, dann scheint sich die Wirtschaft zumindest in dieser Hinsicht, in letzter Zeit etwas vom Sport abgeschaut zu haben.

Kategorien: Glossen

Hesch ghört

Mai 1, 2008 · Keine Kommentare

Das wäre er nun, mein erster Post in meinem Blog. Seit Jahren denke ich schon darüber nach und hab mich doch immer gesträubt, nun aber ist es soweit!

Ich möchte meine Gedanken, Anekdoten, Glossen und Neuigkeiten aus der Welt nicht nur zu Papier bringen, sondern auch elektronisch verbreiten. Am Anfang wahrscheinlich nur für mich und hoffentlich bald für viele Interressierte.

Meine Person tut wenig zur Sache, ich liebe es einfach Gedanken zu Papier zu bringen, weil ich manchmal Einfälle habe und Überlegungen mache, die es meines Erachtesn Wert sind, aus der Welt der Gerdanken in Wort gefasst zu werden.

Wer trotzdem wissen will, wer ich bin (anonyme Blogs sollen ja weniger Glaubwürdigkeit haben), sieht das hier: www.dominik-marbet.ch

In diesem Sinne: lasst uns loslegen.

Kategorien: Persönlich