Welche Energien und Möglichkeiten freigesetzt werden, wenn es um des Baslers liebstes Kind, den Fussball geht, zeigt einmal mehr das Spiel von heute abend gegen Vitoria Giumaraes. Laut bazonline kommt eine Live-Übertragung inklusive Public Viewing im Joggeli dank Initiative des Klubs und der Fans fast sicher zustande.
Gestern noch berichteten die Medien, dass SF DRS, die nationale Fernsehanstalt mit Sitz in Zürich, das Spiel nicht übertragen will. Der hohe Preis für die Rechte, Konflikt mit der beliebten Peking Lounge, eine Sendung bei der pensionierte Sportler ihre Meinung zum Geschehen des Tages abgeben, sowie grundsätzliche Überlegungen würden dagegen sprechen. Die mediale Kritik in der Region Basel blieb nicht aus.
Einmal mehr zeigt Basel nun seine Fussballbegeisterung. Ein Klub macht es möglich, dass Hebel in Bewegung gesetzt werden, die sonst nirgends in der Schweiz in dem Masse ineinandergreifen. So war es Anfang der 90er Jahre, als der Klub dank dem Engangement der Bevölkerung und lokaler Unternehmer vor dem Bankrott gerettet wurde. Auch beim Bau des St. Jakob-Park, dem ersten richtigen Fussballstadion in der Schweiz, liefen Bewilligungen und Finanzierung schneller als anderswo in der Schweiz.
Am FCB kommt in Basel niemand vorbei. Das ist auf der einen Seite toll für den Fussball und die Begeisterung rund um die Marke Basel. Die Kehrseite der Medaille allerdings spüren all jene Sportarten und Verbände, welche nicht die Zugkraft der Rotblauen haben.
Trotzdem: eine Liveübetragung im Fernsehen lassen sich auch jene nicht entgehen
(Carlos Varela sorgt für verbalen Ärgern. Foto: zisch.ch)
Wir haben ja bereits über den Wutausbruch und die Enttäuschung von Heisssporn Carlos Varela nach dem verlorenen Spiel gegen den FCB berichtet (”Isch hasse diese arroganten Basler“).
Nun haben wir Dank Radio BE1 auch das entsprechende Tondokumente.
Typisch Varela kann man da nur sagen. Viel Spass beim reinhören: Varela auf Radio BE1.
Der FC Basel holt leihweise den chilenischen Stürmer und Nationalspieler Eduardo Rubio. Der 25jährige kommt von Colo Colo und ist in seiner Heimat kein unbekannter. Bekannt ist er für spektakuläre und entscheidende Tore.
Der FC Basel kann sich freuen, die Abwehrreihen der Gegner in der Super League müssen sich Sorgen machen und die Radioreporter müssen eines üben: Golazo Rubio!
(Beni Huggel sichert dem FCB den Sieg. Foto: Keystone)
Carlos Varela war nach dem Spiel gegen YB enttäuscht. Sehr enttäuscht! “Isch hasse diese arroganten Basler” säuselte er nach dem Spiel in die Mikrofone und Notizblöcke der Berner Sportjournalisten. Nun, arrogant war das Auftreten der Basler sicherlich nicht. Es gab keinen Grund dazu. Die letzte Saison hat man sich immer mit einer Niederlage vom Plastickrasen zu Wankdorf verabschiedet.
Glücklich, effizient, so wäre das Spiel und Auftreten der Basler doch eher zu beschreiben. Beim FCB stimmte vieles noch nicht zusammen. Kein Wunder: die Unterlage hasst der Basler wie der Teufel das Weihwasser und zudem standen drei Neue und nach den Verletzungen von Carlitos, Eduardo und Behrang Safari mindestens drei Ergänzungsspieler auf dem Feld.
Trotzdem: Varela’s Wut (einst war er selbst ein “arroganter Basler”) war sicherlich in erster Linie eine Wut auf sich selbst. 45 Minuten plus hatte YB die besseren Möglichkeiten, spielte angriffiger und zeigte die besser Kombinationen. Doch es ist eine alte Binsenwahrheit. Zum Fussball gehören Tore und die haben die Berner nicht gemacht.
Start geglückt. Der FCB ist bereits wieder der Gejagte und so mag es der Branchenprimus. Alles andere als Druck würde in der Truppe nur für Unruhe sorgen. Für Arroganz ist sicherlich kein Platz. Aber es war eine gehörige Portion Selbstvertrauen und der Glaube als FC Basel immer als Sieger vom Platz zu gehen, welche schliesslich zum Sieg führte.
Christian Gross’ Worte: “Gewonnen hat die Mannschaft, welche den Sieg mehr wollte”, waren deshalb sicherlich nicht fehl am Platz, auch wenn sie nicht bei jedem gut angekommen sind. Zum Beispiel beim Verlierer, allen voran Carlos Varela.
P.S. Unnötig war einmal mehr das Auftreten Einzelner im Tross der FCB-Fans. Petarden und Pyros während und Scharmützel mit der Polizei nach dem Spiel festigen in der Schweiz den schlechten Ruf. Eine solch grosse Mannschaft hat es nicht verdient, wegen solcher Begleitumstände in der ganze Schweiz gehasst zu werden, und zwar nicht nur von Carlos Varela…
Christian Gross hat entschieden. Franco Costanzo übernimmt beim FCB die Captainbinde in der Nach-Ergic Ära. Anwärter gab es einige. Auch der bisherige Vize Reto Zanni oder Benjamin Huggel hätten die Binde übernehmen können. Der Trainer wollte es anders. Wie Ottmar Hitzfeld bei Bayern, hat auch beim FCB der Trainer das Sagen, wer die Mannschaft auf dem Platz führt.
Costanzo ist sicher die richtige Wahl. Auch wenn man sich wieder mal einen “Basler” als Captain gewünscht hätte. Doch die Captainbinde wäre einer Stammplatzgarantie gleichgekommen und anscheinend möchte Gross das Duell Gelabert / Huggel im defensiven Mittelfeld offen lassen. Costanzo hingegen ist nicht nur im Goal, sondern auch sonst eine unbestrittene Grösse. Auch wenn der Argentinier des Deutschen nicht mächtig ist, seine Abwehr hat er schon im letzten Frühling oft wortstark dirigiert. Und wer einem Daniel Majstorovic sagen kann, wo es lang geht, der nimmt es auch mit der ganzen Mannschaft auf.
In diesem Sinne hat der Dampfer FC Basel den richtigen Kapitän, um in die rauhe See der Super League Saison zu starten. Beni Huggel bleibt ja immer noch das Amt des Steuermannes, auch das eine wichtige Position. Nicht nur auf hoher See.
(Gjasula im Gespräch mit Basel 1-Mann Benjamin Schmid. Foto: Sacha Grossenbacher)
Morgen startet die neue Fussballsaison. OBI-Cupsieger gegen Uhrencupgewinner lautet die Affiche im Berner Stade de Suisse. Dank der hervorragenden Planung des Schweizerischen Fussballverbandes kurz Fussball-Mafia SFV (weiss gar nicht, ob sich dieser Terminus schon eingebürgert hat, item), treffen nur 10 Wochen nach dem letzten Spiel YB und der FCB erneut aufeinander. Damit der Zuschauer nach EM und kurz vor den olympischen Spielen nicht müde wird, soll die Affiche so richtig heiss auf Fussball machen. Wenn dann Liga-Präsident Stadelmann in der BaZ für die Schlagzeile “Die Kontrollen werden verschärft” und “Ich wünsche mir eine Saison ohne Pyros” sorgt, dann ist die Fussballeuphorie so richtig entflammt.
Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht. Aber ich bin noch in den Nachwehen der EM und hab noch so gar keinen Lust auf Fussball. Es riecht noch nicht nach Fussball, wie der Nostalgiker so sagt. Zumal morgen eh auf Plastik gespielt wird. Wie aber holen wir uns jetzt die Euphorie ist die grosse Frage? Nun, die bleibt offen. Es sind die Spieler, welche Sie auf dem Plastik entfachen müssen.
Da setze ich die Hoffnung beim FC Basel in einem Namen: Jürgen Gjasula. Nach dem Abgang von Mathias Delgado scheint endlich wieder ein begnadeter Techniker im Team von Christian Gross zu spielen. Hoffentlich zeigt er sich im morgigen Auftaktsspiel bereits in Frühform. Sollte er eigentlich, denn nach seiner Suspendierung bei St. Gallen ist er der einzige Spieler, welcher heiss auf Fussball sein sollte. Gespielt hat er ihn nämlich schon lange nicht mehr. Auf jeden Fall nicht in einem Ernstkampf.
Endlich! Der FCB hat seit heute eine neue Website. Allerdings ist es nicht die Seite als solche, welche begeistert. Sondern der Bereich FCB-TV. Was bei deutschen Klubs seit Jahren Standard ist, kehrt nun endlich auch beim FCB ein. Spielhighlights, Pressekonferenz, etc. können in aller Ruhe nochmals zuhause angeschaut werden. Wenn jetzt in Zukunft auch Spielerpräsentationen und Medienkonferenzen vor dem Spiel noch auf die Seite kommen, dann bin ich restlos begeistert.
Gratulation ans Web-Team des FCB. Was lange währt, wird endlich gut. Jetzt müssen nur noch entsprechenden Leistungen auf dem Rasen folgen, denn niemand will sich Niederlagen und Enttäuschungen anschauen.
(Von Abraham wird in Basel viel erwartet. Foto: gimnasticdetarragona.com)
Da haben alle auf den grossen Wurf gewartet und dann kommt der FCB mit dem 22jährigen David Angel Abraham als Ersatz für Daniel Majstorovic. „Namhaft“ bezeichnet der FCB den Neuzugang in seiner Mitteilung. Nun, einen Namen hat er, wie wir alle, aber ob man Daniel Angel Abraham als namhaft im Sinne des Wortes bezeichnen kann, muss doch offen gelassen werden.
Was soll man davon halten? Man weiss kaum etwas über den Mann und findet auch kaum was. U-20 Weltmeister mit Argentinien war er, 2005. Allerdings wird verschwiegen, dass er an diesem Turnier, wo ein Spieler namens Lionel Messi gross rauskam, kein einziges Spiel bestritt! Zumindest wenn man den Daten der FIFA glaubt.
Erfahren soll er sein, hat aber das letzte Jahr in der 2. Spanischen Liga bei Gimnàstic de Tarragona gespielt. Nun, man kennt die Vorliebe von Christian Gross für argentinische Spieler. Trotzdem: hat der FCB jetzt wirklich ein Juwel gefunden oder war halt nichts anderes auf dem Markt, bei dem der FCB auch finanziell mithalten konnte? Wir werden es wohl nie erfahren.
Die Rechnung wird eh auf dem Platz gemacht und dort muss die neue französisch-argentinische Innenverteidigung mit Marque und „Engel Abraham“ auf Anhieb funktionieren. Denn in wenigen Wochen kommt Göteborg. Lange Einarbeitungszeit kriegen weder Christian Gross noch sein Neuzugang.
Der Transfer zeigt aber einmal mehr, wie schwer es für Schweizer Klubs, selbst den FCB, ist, Spieler eines gewissen Formates zu verpflichten. Wir freuen uns sicher auf David Abraham und hoffen, dass er bald Fuss fasst. Allerdings sollte man den Spieler nicht besser verkaufen als er ist. „Namhaft“ ist dieser Neuzugang sicher nicht.